Rudolf Nehmer (1912-1983), Zero Hour, 1948

Ab 1941 war er Soldat an der Westfront und in Dänemark und kehrte 1945 aus britischer Kriegsgefangenschaft nach Dresden zurück. After the war, he had his first solo exhibition in 1945. 5,4“ bezeichnet.

208.16$

Product Stock Quantity

Rudolf Nehmer (1912-1983), Die Stunde Null, 1948

Rudolf Nehmer (1912 Bobersberg - 1983 Dresden), Die Stunde Null, 1948. Holzschnitt auf gelblichem Velin, 20 cm x 14,8 cm (Darstellung), 43 cm x 30 cm (Blattgröße), unten rechts in Blei mit „Rud.[olf] Nehmer“ signiert und unten links mit „Matth. 5,4“ bezeichnet.

- Der breite Blattrand etwas gewellt, die Darstellung in ausgezeichnetem farbkräftigem Zustand.


 

- Nach dem Weltenbrand -


Der Holzschnitt gehört zu Nehmers bekanntester Graphikfolge, seiner kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschaffenen bildlichen Auslegung der Bergpredigt (Matth. 5,1-7,29). Das Blatt veranschaulicht die Seligpreisung: Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden (Matth. 5,4).

Mit einem Ausdruck innerer Leere blickt der links sitzende Mann Richtung Betrachter, während die Menschen um ihn herum in Verzweiflung versunken sind und die Welt in Trümmern daliegt. Nichts ist geblieben als Verderben und Tod – eine Apokalypse, die die Welt aus den Fugen gehoben hat und als menschengemachtes Werk dennoch den Lauf der Welt nicht als solchen aufhebt. Der Blick des Mannes formuliert die an den Betrachter gerichteten Fragen, was ist nur geschehen und was habe ich nur getan?



zum Künstler


Rudolf Nehmer studierte von 1932 bis 1934 in Dresden an der von Ernst Oskar Simonson-Castelli gegründeten privaten Kunstakademie bei Woldemar Winkler und war – nach einem kurzen Intermezzo an der Kunstakademie – bis 1936 Schüler im Atelier von Willy Kriegel. Nach einer ersten Einzelausstellung im Jahre 1935 in der bis in die NS-Zeit hinein progressiven Dresdner Kunstausstellung Kühl, war Nehmer in den Folgejahren in den Großen Deutschen Kunstausstellungen vertreten. 1938 weilte er in Worpswede. Ab 1941 war er Soldat an der Westfront und in Dänemark und kehrte 1945 aus britischer Kriegsgefangenschaft nach Dresden zurück. Nach dem Kriegsende erfolgte bereits 1945 die erste Einzelausstellung. Nehmer war Mitbegründer der Künstlervereinigung ‚Das Ufer – Gruppe 1947‘ und war 1951 Gründungsmitglied der Künstlergenossenschaft ‚Kunst und Zeit‘. In der DDR erfolgten zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, die in einer Retrospektive anlässlich seines 60. Geburtstags in der Galerie Neuer Meister gipfelte.


 

ENGLISH VERSION

 


Rudolf Nehmer (1912 Bobersberg - 1983 Dresden), The Zero Hour, 1948. Woodcut on yellowish wove paper, 20 cm x 14.8 cm (image), 43 cm x 30 cm (sheet size), signed “Rud.[olf] Nehmer” in pencil lower right and inscribed “Matth. 5,4” lower left.

- The wide sheet margin somewhat wavy, the depiction in excellent, colorful condition.


 

- After the End of the World -


This woodcut is part of Nehmer's best-known series, his pictorial interpretation of the Sermon on the Mount (Matth. 5:1-7:29), created shortly after the end of World War II. The print illustrates the beatitude: Blessed are those who mourn, for they will be comforted (Mt 5:4).

The man seated on the left looks at the viewer with an expression of inner emptiness, while the people around him are sunk in despair and the world lies in ruins. All that remains is ruin and death - an apocalypse that has torn the world apart and yet, as a man-made work, does not cancel out the course of the world as such. The man's gaze formulates the questions addressed to the viewer: what has happened and what have I done?



About the artist


Rudolf Nehmer studied from 1932 to 1934 in Dresden at the private art academy founded by Ernst Oskar Simonson-Castelli under Woldemar Winkler and, after a brief interlude at the art academy, was a student in Willy Kriegel's studio until 1936. After his first one-man show in 1935 at the Kühl Art Exhibition in Dresden, which was progressive until the Nazi era, Nehmer was represented at the major German art exhibitions in the following years. In 1938 he stayed in Worpswede. From 1941 he was a soldier on the Western Front and in Denmark, returning to Dresden from British captivity in 1945. After the war, he had his first solo exhibition in 1945. Nehmer was a co-founder of the artists' association 'Das Ufer - Gruppe 1947' and in 1951 a founding member of the artists' cooperative 'Kunst und Zeit'. He had numerous solo and group exhibitions in the GDR, culminating in a retrospective at the Galerie Neuer Meister on the occasion of his 60th birthday.



Herstellungsmethode Holzschnitt
Produktart Print

0 Comment

Leave Comment